Samstag, 11. Oktober 2008

Eine Reise geht zu Ende...

Vietnam ist nun meine letzte Station.
Nach ein paar Tagen im Mekong Delta steuerte ich zunächst Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) an. Hier traf ich noch mal auf Simon und Jogi, die sich die Bequemlichkeit eines Fluges nach Hanoi leisteten. Ich hingegen wollte etwas Geld sparen und hatte auch das Bedürfnis noch ein wenig alleine zu reisen.
Deshalb entschied ich mich für den Bus um die ca. 1.600km nach Hanoi entlang der Küste zurück zu legen. Danach wollte ich dann auch wieder fliegen ;-)
Ich gönnte mir aber immerhin einen Schlafbus mit Betten ähnlichen Sitzen, nur leider im Asia Maßstab... Etwas Schlaf konnte ich aber sammeln und fuhr somit immer nachts und nutze die Tage um mir die Städte Na Thrang und Hue anzusehen.
Nach so einer langen Reise kommt man aber leider irgendwann zu einem Punkt, an dem einem einfach nichts mehr umhauen kann. Nachdem ich die Traumstrände Thailands besucht hatte wirkten die Strände Vietnams öde und langweilig und auch die Tempel und Grabstätten konnten mich nach Angkor nicht im geringsten beeindrucken. So zog ich mein Program durch nach dem Motto: wenn ich schon mal da bin.... aber insgesamt war Vietnam eher enttäuschend.
Klar die Museen über den Krieg weckten nochmal mein Interesse. Ich bin wirklich froh das ich da war, denn ich hatte immer Wissenslücken was den Vietnam Krieg angeht, doch nun habe ich mich durch so einiges Infomaterial gelesen und weiß nun was wirklich passierte. Leider musste ich erkennen, dass hier ähnlich erschreckende Dinge passiert sind wie in Kambodscha und Millionen von Menschen mussten leiden. Doch die erschreckenste Erkenntnis war die absolute Sinnlosigkeit dieses Krieges.
Die Amis haben hier einen riesigen Haufen Scheiße gebaut und die Leidtragenden waren die Soldaten und Zivilisten, auf BEIDEN Seiten.
Noch heute sieht man die schlimmen Folgen von Agent Orange. Dieser "Spezialagent" ist eine neben vielen anderen chemischen Waffen die die USA einsetzten. Dabei waren die Ziele eigentlich keine Menschen, sondern die Pflanzen, die dem Feind Schutz bieteten. Aber wie sich jeder normale Mensch denken kann gingen die Folgen weiter als von den USA erwartet und auch die Menschen wurden krank. Jeder der mit den "Agenten" in Kontakt kam brachte missgebildete Kinder zur Welt. Die Behinderungen sind nicht gleich sondern sehr unterschiedlich und weit gefächert. Sie gibt es körperliche und geistige Missbildungen wie z.B. verkümmerte oder zu kleine Gliedmasen, Veränderungen der Haut bis hin zu ganz krassen Missbildungen und nicht lebensfähigen Geschöpfen die einem Horrorfilm entsprungen sein könnten.
Die amerikanischen Soldaten, die mit den Agenten zu tun hatten und sie aus den Flugzeugen abwarfen sind inzwischen vom Staat und den Produzenten entschädigt worden. Die Menschen in Vietnam, die das Ziel waren und den ganzen Scheiß auf den Kopf bekommen haben, warten noch heute auf eine Entschuldigung (!), von Schmerzensgeld brauchen wir gar nicht erst zu träumen...

In Hanoi traf ich mich dann wieder mit Simon und Jogi, die ein paar Tage in Sapa in den Bergen verbrachten. Von hier ging es dann in die Halong Bucht, ein Highlight zum Schluss!!! :-)
Diese Bucht bietet ein unglaubliches Naturschauspiel und wird auch als 8. Weltwunder gehandelt, den tausende Kalkfelsen ragen hier aus dem Wasser, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. Viele Inseln beheimaten Höhlen die wirklich fantastische Ausmaße und Formen bieten.
Wir entschlossen uns für eine 3-tägige Schiffstour um das ca. 1.500 Quadratkilometer große Gebiet zu erkunden. Natürlich waren wir nicht die ersten Besucher und inzwischen ist alles sehr touristisch und durchorganisiert, so das es für eigene Pläne kaum Platz gibt. Nichts desto trotz war es ein unvergesliches Erlebnis, aber leider muss ich wieder mal ehrlich sein. Thailand hatte auch schon ähnliche Schönheiten geboten, nur nicht in solchen Ausmaßen und spätestens jetzt war mir klar, Vietnam wird mich nicht wieder sehen.
Damit meine ich gar nicht die Landschaft, die es gegen Ende kaum mehr schaffte mich zu beeindrucken, sondern vielmehr die Bewohner. Die Vietnamesen sind wirklich die größten und frechsten Abzocker und irgendwann hat man einfach kein Bock mehr auch nur einen Cent in diesem Land zu lassen. Es gibt natürlich auch viele nette Menschen, vor allem im Süden, aber der Norden ist voller Idioten. Und man spürt, das die Menscher hier keine Weißen mögen. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite habe ich als 23 jähriger Deutscher mal null komma null gar nichts mit der Vergangenheit und dem Krieg zu tun und ich finde dieses Verhalten einfach nicht in Ordnung. Die Menschen in Kambodscha hat es härter getroffen und sie sind auch um einiges ärmer, aber trotzdem schaffen sie es nett zu sein.
Vietnam bekommt somit von mir nur ein PFUI und wenn jemand von euch das Abenteur und Natur sucht, dann geht nach Laos und Kambotscha, denn Vietnam hat nichts zu bieten was es nicht auch woanderst gibt.

Zurück in Hanoi war dann irgendwie die Luft raus. Ich besuchte zwar noch einmal das berühmte Wasserpuppentheater, aber zu mehr reichte es dann nicht mehr und wir verbrachten den letzten Tag in unserem Hotel wo wir uns mit DVDs, Kuchen und Bier vergnügten.
Zu dritt flogen wir dann nach Bangkok um unsere letzten 3 Tage in Asien zu verbringen und einen gebührenden Abschied zu feiern!

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