Samstag, 11. Oktober 2008

I'm Back! oder Schokopudding, wir sind da!

Tja, und somit war dann am 17.09.2008 um 6:00 Uhr morgens der ganze schöne Traum vorbei und wir landeten in Frankfurt.

Zum Glück schien die Sonne und machte uns die Ankunft erträglich. Nachdem wir unbeschadet durch den Zoll kamen (GOTT SEI DANK!) wurde ich von meiner Schwester abgeholt und der arme kleine Simon musste Zug fahren.

Was soll ich sagen. Es war ein Gefühl, dass ich davor noch nicht kannte. Aber ich fühlte mich gut, es war nur irgendwie alles fremd. Als ich dann meine Eltern und unser Haus wieder sah war die Freude schon groß.
Aber ich fühlte mich wirklich etwas fremd und es kam mir vor wie ein weiteres Land auf meiner Reise, das es zu endecken galt. Die Menschen waren ganz anderst als ich es gewöhnt war und es hat sich ja auch vieles geändert. Somit ging ich mit großen Augen durch Deutschland, aber hatte auch eine Menge Spaß. Das erste mal wieder zum Bäcker gehen und leckere Brötchen kaufen, oder Schokolade usw. Die ersten Tage arteten erstmal in Fressgelage aus, den wenn man durch die Läden geht sieht man erst was man alles vermisst hat ;-)

Die Reise war für mich lange genug gewesen und irgendwann ist die Luft auch raus und es gibt keinen Platz mehr um neues aufzunehmen. Ich war einfach voll mit allem. Man hat ja keine Zeit das alles zu verarbeiten und ich sehnte mich gegen Ende auch nach etwas Routine und Anonymität. Ich denke die länge des Zeitraumes war richtig gewählt um das Fernweh zu sättigen und sogar noch etwas mehr um das zuhause wieder schätzen zu lernen und nicht gleich wieder abzuhauen, denn das es mich irgendwann wieder in die Ferne treibt ist keine Frage :-)
Wenn ich zurückblicke verging die Zeit wie im Fluge und es rückt immer weiter weg, aber wenn ich ins Detail gehe und mir überlege, was ich alles gemacht und gesehen habe, war es doch lang und es ist unglaublich viel passiert.

Wie sagte unser Herr Prof. Passon so schön:
"Individuelle Erfahrungen führen zu individuellen Veränderungen."
Und bis sich alles setzt und ich für mich selbst erkenne und begreife wie sehr ich mich verändert habe wird noch einige Zeit vergehen.



Selbst jetzt, fast einen Monat nach meiner Ankunft vermisse ich das Reisen nicht....naja das surfen schon etwas und ich bin auch schon wieder am planen, aber das ist dann eine neue Geschichte ;-)

Some Facts about South-East-Asia

1. The girls like der PJs!
Man denkt zuerst man ist im falschen Film, aber eines der witzigsten Dinge, die ich gesehen habe, sind die Frauen jeglichen Alters, die den ganzen Tag im Pyjama rumlaufen. Zuerst dachte ich die sind zu faul morgens den Schlafanzug auszuziehen, aber in Wirklichkeit finden sie die Dinger so bequem, dass sie sich extra Schlafanzüge für den Tag kaufen.
Die Frauen laufen dort alles rund um die Uhr in Schlafanzügen herum, egal ob zuhause oder bei der Arbeit und das in allen Farben und Mustern :-)

2. Out of my way you F****!
In Asien gibt es weder Verkehrsregeln noch Fahrschulen. Oder es interesiert zumindest niemanden.
Ein witziges Fact, dass ich beobachten konnte war das Mopet Fahrer ihren Daumen in ständiger Alarmbereitschaft über ihrer Hupe kreisen lassen, anstatt die Finger griffbereit an der Bremse zu platzieren. Somit gilt: erst hupen, dann bremsen!

3. Looks more colorfull!?
Dieses Thema ist weniger lustig. Ich denke in anderen 3. Welt Ländern sieht es ähnlich aus, aber ich kenne die Fakten vorerst nur von hier.
Wenn die Menschen so weiter machen werden sie in naher Zukunft ein riesiges Plastikmüllproblem bekommen. Schon heute sie alle Gebiete in denen Einheimische wohnen total verdreckt und zugemüllt.
Paradoxer Weise ist es der Tourismus, der Schlimmeres verhindert denn die Touristenstrände z.B. sind sauber und es wird danach geschaut. Aber sobald man an einen Strand kommt wo nur Einheimische sich aufhalten oder wohnen findet man ein schreckliches Bild von Umweltverschmutzung. Man wirft weg wo man geht und steht und macht sich keine Gedanken oder stört sich an dem Müll der überall herumliegt. Vorallem fließendes Wasser, welches hundert Meter weiter wieder getrunken wird, erfreut sich wachsender Beliebtheit als Möglichkeit der Müllentsorgung, aber auch vergraben und verbrennen sind hoch im Kurs.
Das Problem ist, das die Einheimischen sogar Spass an der Verschmutzung haben und Stolz darauf sind ihrem Müll überall hinwerfen zu können, denn bei uns blöden Europäern gibt es ja Gesetze und man bekommt Ärger wenn man den Müll einfach wegwirft. In Asien ist man aber frei und kann deshalb tun was man will.... :-/ dumme, traurige Welt
Die krasseste Begründung die ich gehört habe:
Je mehr Müll auf dem Acker liegt desto besser, denn durch die vielen bunten Plastiktüten sieht es viel schöner aus als mit dem langweiligen grün... --> Looks more colorfull!

Der Abschied

In Bangkok wo alles anfing sollte auch alles zu Ende gehen.
Ich war inzwischen schon das 3. Mal hier und konnte den Jungs den Weekendmarket zeigen, der mal wieder nicht enttäuschte ;-) (ich kauf mir wirklich nieeee mehr T-Shirts!!!)
Desweiteren ging es noch einmal nach Chinatown um in versifften Seitenstraßen kulinarischen Deslikatessen zu frönen (was ist das? -kein Plan, aber schmeckt ganz ok ;-)
Am Siam Square sahen wir noch einmal den Reichtum, den Bangkok durchaus auch zu bieten hat und ließen die Abende immer gebührend bei ein paar "buckets" in der Khaosan Road ausklingen.
Den letzten Abend verbrachten wir dann nochmal legendär und ich bin froh, dass wir den Rückflug am Folgetag um 23:45 Uhr(!) deswegen nicht verpassten. Auf Details will ich hier jetzt nicht eingehen... ;-)

Eine Reise geht zu Ende...

Vietnam ist nun meine letzte Station.
Nach ein paar Tagen im Mekong Delta steuerte ich zunächst Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) an. Hier traf ich noch mal auf Simon und Jogi, die sich die Bequemlichkeit eines Fluges nach Hanoi leisteten. Ich hingegen wollte etwas Geld sparen und hatte auch das Bedürfnis noch ein wenig alleine zu reisen.
Deshalb entschied ich mich für den Bus um die ca. 1.600km nach Hanoi entlang der Küste zurück zu legen. Danach wollte ich dann auch wieder fliegen ;-)
Ich gönnte mir aber immerhin einen Schlafbus mit Betten ähnlichen Sitzen, nur leider im Asia Maßstab... Etwas Schlaf konnte ich aber sammeln und fuhr somit immer nachts und nutze die Tage um mir die Städte Na Thrang und Hue anzusehen.
Nach so einer langen Reise kommt man aber leider irgendwann zu einem Punkt, an dem einem einfach nichts mehr umhauen kann. Nachdem ich die Traumstrände Thailands besucht hatte wirkten die Strände Vietnams öde und langweilig und auch die Tempel und Grabstätten konnten mich nach Angkor nicht im geringsten beeindrucken. So zog ich mein Program durch nach dem Motto: wenn ich schon mal da bin.... aber insgesamt war Vietnam eher enttäuschend.
Klar die Museen über den Krieg weckten nochmal mein Interesse. Ich bin wirklich froh das ich da war, denn ich hatte immer Wissenslücken was den Vietnam Krieg angeht, doch nun habe ich mich durch so einiges Infomaterial gelesen und weiß nun was wirklich passierte. Leider musste ich erkennen, dass hier ähnlich erschreckende Dinge passiert sind wie in Kambodscha und Millionen von Menschen mussten leiden. Doch die erschreckenste Erkenntnis war die absolute Sinnlosigkeit dieses Krieges.
Die Amis haben hier einen riesigen Haufen Scheiße gebaut und die Leidtragenden waren die Soldaten und Zivilisten, auf BEIDEN Seiten.
Noch heute sieht man die schlimmen Folgen von Agent Orange. Dieser "Spezialagent" ist eine neben vielen anderen chemischen Waffen die die USA einsetzten. Dabei waren die Ziele eigentlich keine Menschen, sondern die Pflanzen, die dem Feind Schutz bieteten. Aber wie sich jeder normale Mensch denken kann gingen die Folgen weiter als von den USA erwartet und auch die Menschen wurden krank. Jeder der mit den "Agenten" in Kontakt kam brachte missgebildete Kinder zur Welt. Die Behinderungen sind nicht gleich sondern sehr unterschiedlich und weit gefächert. Sie gibt es körperliche und geistige Missbildungen wie z.B. verkümmerte oder zu kleine Gliedmasen, Veränderungen der Haut bis hin zu ganz krassen Missbildungen und nicht lebensfähigen Geschöpfen die einem Horrorfilm entsprungen sein könnten.
Die amerikanischen Soldaten, die mit den Agenten zu tun hatten und sie aus den Flugzeugen abwarfen sind inzwischen vom Staat und den Produzenten entschädigt worden. Die Menschen in Vietnam, die das Ziel waren und den ganzen Scheiß auf den Kopf bekommen haben, warten noch heute auf eine Entschuldigung (!), von Schmerzensgeld brauchen wir gar nicht erst zu träumen...

In Hanoi traf ich mich dann wieder mit Simon und Jogi, die ein paar Tage in Sapa in den Bergen verbrachten. Von hier ging es dann in die Halong Bucht, ein Highlight zum Schluss!!! :-)
Diese Bucht bietet ein unglaubliches Naturschauspiel und wird auch als 8. Weltwunder gehandelt, den tausende Kalkfelsen ragen hier aus dem Wasser, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. Viele Inseln beheimaten Höhlen die wirklich fantastische Ausmaße und Formen bieten.
Wir entschlossen uns für eine 3-tägige Schiffstour um das ca. 1.500 Quadratkilometer große Gebiet zu erkunden. Natürlich waren wir nicht die ersten Besucher und inzwischen ist alles sehr touristisch und durchorganisiert, so das es für eigene Pläne kaum Platz gibt. Nichts desto trotz war es ein unvergesliches Erlebnis, aber leider muss ich wieder mal ehrlich sein. Thailand hatte auch schon ähnliche Schönheiten geboten, nur nicht in solchen Ausmaßen und spätestens jetzt war mir klar, Vietnam wird mich nicht wieder sehen.
Damit meine ich gar nicht die Landschaft, die es gegen Ende kaum mehr schaffte mich zu beeindrucken, sondern vielmehr die Bewohner. Die Vietnamesen sind wirklich die größten und frechsten Abzocker und irgendwann hat man einfach kein Bock mehr auch nur einen Cent in diesem Land zu lassen. Es gibt natürlich auch viele nette Menschen, vor allem im Süden, aber der Norden ist voller Idioten. Und man spürt, das die Menscher hier keine Weißen mögen. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite habe ich als 23 jähriger Deutscher mal null komma null gar nichts mit der Vergangenheit und dem Krieg zu tun und ich finde dieses Verhalten einfach nicht in Ordnung. Die Menschen in Kambodscha hat es härter getroffen und sie sind auch um einiges ärmer, aber trotzdem schaffen sie es nett zu sein.
Vietnam bekommt somit von mir nur ein PFUI und wenn jemand von euch das Abenteur und Natur sucht, dann geht nach Laos und Kambotscha, denn Vietnam hat nichts zu bieten was es nicht auch woanderst gibt.

Zurück in Hanoi war dann irgendwie die Luft raus. Ich besuchte zwar noch einmal das berühmte Wasserpuppentheater, aber zu mehr reichte es dann nicht mehr und wir verbrachten den letzten Tag in unserem Hotel wo wir uns mit DVDs, Kuchen und Bier vergnügten.
Zu dritt flogen wir dann nach Bangkok um unsere letzten 3 Tage in Asien zu verbringen und einen gebührenden Abschied zu feiern!