Fuer Steffi war Phnom Penh die letzte Station und sie ist inzwischen schon wieder eine Weile in Deutschland.
Auf mich wartete aber noch die Kueste Kambotschas und auch Vietnam wollte von mir erkundet werden. So machte ich mich alleine auf den Weg nach Shianoukville, dem bekanntesten Badeort an der Kueste.
Leider ist der Strand hier eher enttaeuschend. Es liegt ueberall superviel Muell herum und man hat keine 2 Minuten Ruhe, bevor der naechste Strandverkaeufer einen aufweckt: "Buy something Mister!!!"
Dennoch bin ich hier laenger als geplant haengengeblieben, denn ich habe hier ein paar nette Jungs getroffen mit denen ich so manchen Abend feucht, froehlich verbracht habe.
An dieser Stelle nette Gruesse an Rasmus, Dede, Ronald und Richart.
Wir haben uns auch Roller geliehen und auf eigene Faust verlassene Strandabschnitte erforscht. Ab vom Schuss liess es sich hier durchaus aushalten :-)
In Shianoukville habe ich mir auch mein Visum fuer Vietnam geholt. Da ich schon mal hier unten war entschloss ich mich fuer den suedlichsten Grenzuebergang zwischen Vietnam und Kambotscha in Ha Tien.
Es warnen zwar alle Reisefuehrer davor diesen Grenzuebergang zu nutzen, da er fuer Touristen gesperrt ist, aber einige Locals meinten er waere inzwischen offen. Aber auch vor diesen Geruechten warnen die Reisefuehrer.
Da ich Lust auf etwas Abenteur hatte, nahm ich also den naechsten Bus nach Kampot um von hier die Grenzueberquerung zu starten, in der Hoffnung es mit verschmerzlichem Zeit- und fananziellem Aufwand zu schaffen.
Ich wollte das auch unbedingt machen, da ich dann direkt im Mekong Delta war und mich vom Suedwesten her Saigon naehern konnte. In Shianoukville hatte ich schon soviel Zeit verloren und wuerde nochmal ein paar Tage verlieren wenn ich zurueck nach Phnom Penth gefahren waere und von dort mit einer organisierten Tour ueber die Grenze nach Saigon.
In Kampot angekommen handelte ich sofort mit einem Mototaxi-Fahrer den Transport fuer den naechsten Tag aus. Mit 2 Rucksaecken hinten auf einem Motorbike fuer 2 Stunden durch die Pampa zu heizen ist zwar nicht der bequemste Weg zu reisen, aber der Fahrer konnte gut Englisch und auch Vietnamesisch, was mir bei eventuellen Problemen mit den Grenzbeamten zugute kommen koennte. In Phnom Penh gibt es organisierte Touren die sich um alles kuemmern und einen direkt nach Saigon ueber die Grenze bringen. Das waere natuerlich angenehmer gewesen. Ich musste mich jetzt um alles selber kuemmern und mich von einem Ort zum naechsten hangeln.
Den Rest vom Tag habe ich mir noch ein Fahrrad geliehen und einen Zoo ausserhalb der Stadt besucht. Die Kaefige der Tiere haetten zwar etwas besser sein koennen, aber alles in allem machte der Zoo einen guten Eindruck. Das tolle an der Sache war, dass ich fast alleine dort war und die Sicherheitsvorkehrungen und Absperrungen nur die notwendigsten Ansprueche erfuellen. D.h. die Tiere sind im Kaefig aber man kann ganz nahe hinlaufen und die Tierchen streicheln.
Ich habe mich natuerlich sehr respektvoll verhalten und versucht die Tiere so wenig wie moeglich zu stoeren, aber da hier einfach nichts los war machten alle einen sehr gelangweilten Eindruck und waren froh ueber die Abwechslung und kammen immer zu mir wenn ich an den Kaefig trat. So habe ich dann mit allen moeglich Affen gespielt, Haendchen gehalten und sogar den Tiger gestreichelt....aber nur ganz kurz ;-)
Der Leopard hingegen war wesentlich kleiner und hat es sehr genossen gekrault zu werden. Nachdem ich dann eine geschlagene Stunde mit den Orang Utans verbracht habe, ging es zurueck ins Hostel. Hier genemigte ich mir ein leckeres Abendessen und schaute mit dem Besitzer und seiner Familie Thaiboxen bis in die Nacht.
So gut dieser Tag endete, so beschissen fing der naechste an. Beim packen musste ich feststellen, dass ich beklaut wurde und es fehlten ungefaehr 50-70$, ausser Geld aber zum Glueck nichts.
Ich konnte aber nicht einschaetzen ob es in Shianoukville oder hier in Kampot passiert war. Eigentlich musste es in Kampot gewesen sein, dem alten Besitzer und seiner Familie, die das Hostel fuehren ist ein Diebstall aber mit Sicherheit nicht zuzutrauen. Es koennten also nur andere Gaeste gewesen sein.
Wie auch immer, mir hat natuerlich keiner geglaubt oder helfen wollen und die Diskussion mit dem Besitzer fuehrte auch zu nichts. Die Polizei zu rufen waere absolut sinnlos gewesen. Ich musste mich also damit abfinden und hatte eigentlich keine Zeit zu verlieren, da ich die Grenze zu ueberqueren hatte um meinen Anschluss in Vietnam zu bekommen.
Nur leider kam mein Moto-Fahrer nicht....
Mit einiger Verspaetung tauchte dann ein vermeindlicher Kumpel des urspruenglichen Fahrers auf, der meinte sein Freund musste dringend nach Phnom Penh und er erledigt den Job. Dies teilte er dem Besitzer des Hostels mit, den er konnte kein Wort Englisch.
Da stand ich nun also, viel zu spaet am Tage, mit dem wenigen Geld das ich in meinem Geldbeutel noch hatte, vor einem Motorbike dessen Fahrer kein Wort vom dem verstand was ich ihm sagte, um die Grenze an einer Stelle zu ueberqueren, die anscheinend fuer Touristen gesperrt ist...!
Was mach ich also???
Rauf auf das Ding und los!!! :-)
Und es ging wirklich durch Doerfer und Waelder auf einer staubigen, unbetonierten Piste die immer weiter aus der Zivillisation zu fuehren schien.
Als wir dann die Grenze erreichten standen da ein Haeuschen mit Schranke und hundert Meter weiter das Naechste. Auf der Strasse viele Haendler die geschaeftig ihre Waren tauschten und viele andere einheimische Grenzueberquerer.
Ich war aber wirklich possitiv ueberrascht wie einfach und schnell alles ging. Der Kambotschanische Grenzbeamte liess sich noch etwas mehr Zeit, fuhr Buchstaben und Zahlen nach, die ich seiner Meinung nach wohl etwas unsauber niedergeschrieben habe und ich unterstelle ihm mal, dass er sich nochmal ueberlegt hat, wie er mir mit faelschlichen Beschuldigungen ein paar Dollar abzocken kann. Sein Gewissen hat aber gesiegt und er lies mich von dannen ziehen. Auf vietnamesischer Seite verlief alles noch etwas schneller und nach 30 Minuten war alles erledigt.
Es war wieder wie die Ueberquerung von Thailand nach Kambotscha, nur anderst herum.
Sobald man Kambotscha verlaesst und sich Vietnam naehert sind die Strassen wieder betoniert, statt eines Bretterverschlages steht hier ein Grenz"gebaeude" und der Muell wird, zwar kaum merklich, etwas weniger.
Leider habe ich durch die Verspaetung meinen Anschluss verpasst und konnte nicht direkt nach Can Tho, meinem Tagesziel reisen. So musste ich mir ein ueberteuertes Ticket nach Rach Gia kaufen um nach dieser 3 Stunden Fahrt, eine weitere 3 Stuendige Tortur im Localbus zu ueberstehen. Naja, eigentlich war die Fahrt ziemlich geil, denn ich wurde von den Fahrgeasten gierig bestaunt, da auf dieser Strecke wohl nur selten Touristen unterwegs sind, und habe mich stundenlang mit Haenden und Fuessen unterhalten und Handybildchen getauscht, denn Englisch kann hier natuerlich auch keiner.
Leider wurde dieser possitive erste Eindruck an den Busstationen sofort wieder zerstoert und Vietnam machte seinem Ruf, also Land der Abzocker alle Ehre.
Es ist unglaublich wie dreist und skrupellos die Moto-und Taxi-Fahrer und die Ticketverkaeufer sind. Hier musste ich leider die frechste Abzocke meiner ganzen Reise erleben. Es hat mich zwar nur 3 Euro Lehrgeld gekostet aber ich habe mich unglaublich aufgeregt und so etwas kreiert einfach unangenehme Eindruecke bei den Reisenden. Ich bin ja inzwischen auch schon einiges gewoehnt und habe in solchen Dingen genug Erfahrung gesammelt, dass ich behaupten kann, es ist wirklich schwer mich zu verarschen, aber die habens geschafft und ich moechte nicht wissen, was unerfahrene Reisende hier schon an Geld gelassen haben. Man ist hier auch wirklich komplett auf sich alleine gestellt. Ich habe in den letzten 3 Tagen vielleicht 2 andere Weisse gesehen.
Wie auch immer, am spaeten Nachmittag war ich dann nun endlich in Can Tho, der groessten Stadt im Mekong Delta, um von hier meine Erkundungstouren zu organisieren.
Freitag, 12. September 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen