Samstag, 11. Oktober 2008

I'm Back! oder Schokopudding, wir sind da!

Tja, und somit war dann am 17.09.2008 um 6:00 Uhr morgens der ganze schöne Traum vorbei und wir landeten in Frankfurt.

Zum Glück schien die Sonne und machte uns die Ankunft erträglich. Nachdem wir unbeschadet durch den Zoll kamen (GOTT SEI DANK!) wurde ich von meiner Schwester abgeholt und der arme kleine Simon musste Zug fahren.

Was soll ich sagen. Es war ein Gefühl, dass ich davor noch nicht kannte. Aber ich fühlte mich gut, es war nur irgendwie alles fremd. Als ich dann meine Eltern und unser Haus wieder sah war die Freude schon groß.
Aber ich fühlte mich wirklich etwas fremd und es kam mir vor wie ein weiteres Land auf meiner Reise, das es zu endecken galt. Die Menschen waren ganz anderst als ich es gewöhnt war und es hat sich ja auch vieles geändert. Somit ging ich mit großen Augen durch Deutschland, aber hatte auch eine Menge Spaß. Das erste mal wieder zum Bäcker gehen und leckere Brötchen kaufen, oder Schokolade usw. Die ersten Tage arteten erstmal in Fressgelage aus, den wenn man durch die Läden geht sieht man erst was man alles vermisst hat ;-)

Die Reise war für mich lange genug gewesen und irgendwann ist die Luft auch raus und es gibt keinen Platz mehr um neues aufzunehmen. Ich war einfach voll mit allem. Man hat ja keine Zeit das alles zu verarbeiten und ich sehnte mich gegen Ende auch nach etwas Routine und Anonymität. Ich denke die länge des Zeitraumes war richtig gewählt um das Fernweh zu sättigen und sogar noch etwas mehr um das zuhause wieder schätzen zu lernen und nicht gleich wieder abzuhauen, denn das es mich irgendwann wieder in die Ferne treibt ist keine Frage :-)
Wenn ich zurückblicke verging die Zeit wie im Fluge und es rückt immer weiter weg, aber wenn ich ins Detail gehe und mir überlege, was ich alles gemacht und gesehen habe, war es doch lang und es ist unglaublich viel passiert.

Wie sagte unser Herr Prof. Passon so schön:
"Individuelle Erfahrungen führen zu individuellen Veränderungen."
Und bis sich alles setzt und ich für mich selbst erkenne und begreife wie sehr ich mich verändert habe wird noch einige Zeit vergehen.



Selbst jetzt, fast einen Monat nach meiner Ankunft vermisse ich das Reisen nicht....naja das surfen schon etwas und ich bin auch schon wieder am planen, aber das ist dann eine neue Geschichte ;-)

Some Facts about South-East-Asia

1. The girls like der PJs!
Man denkt zuerst man ist im falschen Film, aber eines der witzigsten Dinge, die ich gesehen habe, sind die Frauen jeglichen Alters, die den ganzen Tag im Pyjama rumlaufen. Zuerst dachte ich die sind zu faul morgens den Schlafanzug auszuziehen, aber in Wirklichkeit finden sie die Dinger so bequem, dass sie sich extra Schlafanzüge für den Tag kaufen.
Die Frauen laufen dort alles rund um die Uhr in Schlafanzügen herum, egal ob zuhause oder bei der Arbeit und das in allen Farben und Mustern :-)

2. Out of my way you F****!
In Asien gibt es weder Verkehrsregeln noch Fahrschulen. Oder es interesiert zumindest niemanden.
Ein witziges Fact, dass ich beobachten konnte war das Mopet Fahrer ihren Daumen in ständiger Alarmbereitschaft über ihrer Hupe kreisen lassen, anstatt die Finger griffbereit an der Bremse zu platzieren. Somit gilt: erst hupen, dann bremsen!

3. Looks more colorfull!?
Dieses Thema ist weniger lustig. Ich denke in anderen 3. Welt Ländern sieht es ähnlich aus, aber ich kenne die Fakten vorerst nur von hier.
Wenn die Menschen so weiter machen werden sie in naher Zukunft ein riesiges Plastikmüllproblem bekommen. Schon heute sie alle Gebiete in denen Einheimische wohnen total verdreckt und zugemüllt.
Paradoxer Weise ist es der Tourismus, der Schlimmeres verhindert denn die Touristenstrände z.B. sind sauber und es wird danach geschaut. Aber sobald man an einen Strand kommt wo nur Einheimische sich aufhalten oder wohnen findet man ein schreckliches Bild von Umweltverschmutzung. Man wirft weg wo man geht und steht und macht sich keine Gedanken oder stört sich an dem Müll der überall herumliegt. Vorallem fließendes Wasser, welches hundert Meter weiter wieder getrunken wird, erfreut sich wachsender Beliebtheit als Möglichkeit der Müllentsorgung, aber auch vergraben und verbrennen sind hoch im Kurs.
Das Problem ist, das die Einheimischen sogar Spass an der Verschmutzung haben und Stolz darauf sind ihrem Müll überall hinwerfen zu können, denn bei uns blöden Europäern gibt es ja Gesetze und man bekommt Ärger wenn man den Müll einfach wegwirft. In Asien ist man aber frei und kann deshalb tun was man will.... :-/ dumme, traurige Welt
Die krasseste Begründung die ich gehört habe:
Je mehr Müll auf dem Acker liegt desto besser, denn durch die vielen bunten Plastiktüten sieht es viel schöner aus als mit dem langweiligen grün... --> Looks more colorfull!

Der Abschied

In Bangkok wo alles anfing sollte auch alles zu Ende gehen.
Ich war inzwischen schon das 3. Mal hier und konnte den Jungs den Weekendmarket zeigen, der mal wieder nicht enttäuschte ;-) (ich kauf mir wirklich nieeee mehr T-Shirts!!!)
Desweiteren ging es noch einmal nach Chinatown um in versifften Seitenstraßen kulinarischen Deslikatessen zu frönen (was ist das? -kein Plan, aber schmeckt ganz ok ;-)
Am Siam Square sahen wir noch einmal den Reichtum, den Bangkok durchaus auch zu bieten hat und ließen die Abende immer gebührend bei ein paar "buckets" in der Khaosan Road ausklingen.
Den letzten Abend verbrachten wir dann nochmal legendär und ich bin froh, dass wir den Rückflug am Folgetag um 23:45 Uhr(!) deswegen nicht verpassten. Auf Details will ich hier jetzt nicht eingehen... ;-)

Eine Reise geht zu Ende...

Vietnam ist nun meine letzte Station.
Nach ein paar Tagen im Mekong Delta steuerte ich zunächst Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) an. Hier traf ich noch mal auf Simon und Jogi, die sich die Bequemlichkeit eines Fluges nach Hanoi leisteten. Ich hingegen wollte etwas Geld sparen und hatte auch das Bedürfnis noch ein wenig alleine zu reisen.
Deshalb entschied ich mich für den Bus um die ca. 1.600km nach Hanoi entlang der Küste zurück zu legen. Danach wollte ich dann auch wieder fliegen ;-)
Ich gönnte mir aber immerhin einen Schlafbus mit Betten ähnlichen Sitzen, nur leider im Asia Maßstab... Etwas Schlaf konnte ich aber sammeln und fuhr somit immer nachts und nutze die Tage um mir die Städte Na Thrang und Hue anzusehen.
Nach so einer langen Reise kommt man aber leider irgendwann zu einem Punkt, an dem einem einfach nichts mehr umhauen kann. Nachdem ich die Traumstrände Thailands besucht hatte wirkten die Strände Vietnams öde und langweilig und auch die Tempel und Grabstätten konnten mich nach Angkor nicht im geringsten beeindrucken. So zog ich mein Program durch nach dem Motto: wenn ich schon mal da bin.... aber insgesamt war Vietnam eher enttäuschend.
Klar die Museen über den Krieg weckten nochmal mein Interesse. Ich bin wirklich froh das ich da war, denn ich hatte immer Wissenslücken was den Vietnam Krieg angeht, doch nun habe ich mich durch so einiges Infomaterial gelesen und weiß nun was wirklich passierte. Leider musste ich erkennen, dass hier ähnlich erschreckende Dinge passiert sind wie in Kambodscha und Millionen von Menschen mussten leiden. Doch die erschreckenste Erkenntnis war die absolute Sinnlosigkeit dieses Krieges.
Die Amis haben hier einen riesigen Haufen Scheiße gebaut und die Leidtragenden waren die Soldaten und Zivilisten, auf BEIDEN Seiten.
Noch heute sieht man die schlimmen Folgen von Agent Orange. Dieser "Spezialagent" ist eine neben vielen anderen chemischen Waffen die die USA einsetzten. Dabei waren die Ziele eigentlich keine Menschen, sondern die Pflanzen, die dem Feind Schutz bieteten. Aber wie sich jeder normale Mensch denken kann gingen die Folgen weiter als von den USA erwartet und auch die Menschen wurden krank. Jeder der mit den "Agenten" in Kontakt kam brachte missgebildete Kinder zur Welt. Die Behinderungen sind nicht gleich sondern sehr unterschiedlich und weit gefächert. Sie gibt es körperliche und geistige Missbildungen wie z.B. verkümmerte oder zu kleine Gliedmasen, Veränderungen der Haut bis hin zu ganz krassen Missbildungen und nicht lebensfähigen Geschöpfen die einem Horrorfilm entsprungen sein könnten.
Die amerikanischen Soldaten, die mit den Agenten zu tun hatten und sie aus den Flugzeugen abwarfen sind inzwischen vom Staat und den Produzenten entschädigt worden. Die Menschen in Vietnam, die das Ziel waren und den ganzen Scheiß auf den Kopf bekommen haben, warten noch heute auf eine Entschuldigung (!), von Schmerzensgeld brauchen wir gar nicht erst zu träumen...

In Hanoi traf ich mich dann wieder mit Simon und Jogi, die ein paar Tage in Sapa in den Bergen verbrachten. Von hier ging es dann in die Halong Bucht, ein Highlight zum Schluss!!! :-)
Diese Bucht bietet ein unglaubliches Naturschauspiel und wird auch als 8. Weltwunder gehandelt, den tausende Kalkfelsen ragen hier aus dem Wasser, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. Viele Inseln beheimaten Höhlen die wirklich fantastische Ausmaße und Formen bieten.
Wir entschlossen uns für eine 3-tägige Schiffstour um das ca. 1.500 Quadratkilometer große Gebiet zu erkunden. Natürlich waren wir nicht die ersten Besucher und inzwischen ist alles sehr touristisch und durchorganisiert, so das es für eigene Pläne kaum Platz gibt. Nichts desto trotz war es ein unvergesliches Erlebnis, aber leider muss ich wieder mal ehrlich sein. Thailand hatte auch schon ähnliche Schönheiten geboten, nur nicht in solchen Ausmaßen und spätestens jetzt war mir klar, Vietnam wird mich nicht wieder sehen.
Damit meine ich gar nicht die Landschaft, die es gegen Ende kaum mehr schaffte mich zu beeindrucken, sondern vielmehr die Bewohner. Die Vietnamesen sind wirklich die größten und frechsten Abzocker und irgendwann hat man einfach kein Bock mehr auch nur einen Cent in diesem Land zu lassen. Es gibt natürlich auch viele nette Menschen, vor allem im Süden, aber der Norden ist voller Idioten. Und man spürt, das die Menscher hier keine Weißen mögen. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite habe ich als 23 jähriger Deutscher mal null komma null gar nichts mit der Vergangenheit und dem Krieg zu tun und ich finde dieses Verhalten einfach nicht in Ordnung. Die Menschen in Kambodscha hat es härter getroffen und sie sind auch um einiges ärmer, aber trotzdem schaffen sie es nett zu sein.
Vietnam bekommt somit von mir nur ein PFUI und wenn jemand von euch das Abenteur und Natur sucht, dann geht nach Laos und Kambotscha, denn Vietnam hat nichts zu bieten was es nicht auch woanderst gibt.

Zurück in Hanoi war dann irgendwie die Luft raus. Ich besuchte zwar noch einmal das berühmte Wasserpuppentheater, aber zu mehr reichte es dann nicht mehr und wir verbrachten den letzten Tag in unserem Hotel wo wir uns mit DVDs, Kuchen und Bier vergnügten.
Zu dritt flogen wir dann nach Bangkok um unsere letzten 3 Tage in Asien zu verbringen und einen gebührenden Abschied zu feiern!

Freitag, 12. September 2008

Kambotschas Kueste und Vietnam

Fuer Steffi war Phnom Penh die letzte Station und sie ist inzwischen schon wieder eine Weile in Deutschland.
Auf mich wartete aber noch die Kueste Kambotschas und auch Vietnam wollte von mir erkundet werden. So machte ich mich alleine auf den Weg nach Shianoukville, dem bekanntesten Badeort an der Kueste.
Leider ist der Strand hier eher enttaeuschend. Es liegt ueberall superviel Muell herum und man hat keine 2 Minuten Ruhe, bevor der naechste Strandverkaeufer einen aufweckt: "Buy something Mister!!!"
Dennoch bin ich hier laenger als geplant haengengeblieben, denn ich habe hier ein paar nette Jungs getroffen mit denen ich so manchen Abend feucht, froehlich verbracht habe.
An dieser Stelle nette Gruesse an Rasmus, Dede, Ronald und Richart.
Wir haben uns auch Roller geliehen und auf eigene Faust verlassene Strandabschnitte erforscht. Ab vom Schuss liess es sich hier durchaus aushalten :-)

In Shianoukville habe ich mir auch mein Visum fuer Vietnam geholt. Da ich schon mal hier unten war entschloss ich mich fuer den suedlichsten Grenzuebergang zwischen Vietnam und Kambotscha in Ha Tien.
Es warnen zwar alle Reisefuehrer davor diesen Grenzuebergang zu nutzen, da er fuer Touristen gesperrt ist, aber einige Locals meinten er waere inzwischen offen. Aber auch vor diesen Geruechten warnen die Reisefuehrer.
Da ich Lust auf etwas Abenteur hatte, nahm ich also den naechsten Bus nach Kampot um von hier die Grenzueberquerung zu starten, in der Hoffnung es mit verschmerzlichem Zeit- und fananziellem Aufwand zu schaffen.
Ich wollte das auch unbedingt machen, da ich dann direkt im Mekong Delta war und mich vom Suedwesten her Saigon naehern konnte. In Shianoukville hatte ich schon soviel Zeit verloren und wuerde nochmal ein paar Tage verlieren wenn ich zurueck nach Phnom Penth gefahren waere und von dort mit einer organisierten Tour ueber die Grenze nach Saigon.

In Kampot angekommen handelte ich sofort mit einem Mototaxi-Fahrer den Transport fuer den naechsten Tag aus. Mit 2 Rucksaecken hinten auf einem Motorbike fuer 2 Stunden durch die Pampa zu heizen ist zwar nicht der bequemste Weg zu reisen, aber der Fahrer konnte gut Englisch und auch Vietnamesisch, was mir bei eventuellen Problemen mit den Grenzbeamten zugute kommen koennte. In Phnom Penh gibt es organisierte Touren die sich um alles kuemmern und einen direkt nach Saigon ueber die Grenze bringen. Das waere natuerlich angenehmer gewesen. Ich musste mich jetzt um alles selber kuemmern und mich von einem Ort zum naechsten hangeln.
Den Rest vom Tag habe ich mir noch ein Fahrrad geliehen und einen Zoo ausserhalb der Stadt besucht. Die Kaefige der Tiere haetten zwar etwas besser sein koennen, aber alles in allem machte der Zoo einen guten Eindruck. Das tolle an der Sache war, dass ich fast alleine dort war und die Sicherheitsvorkehrungen und Absperrungen nur die notwendigsten Ansprueche erfuellen. D.h. die Tiere sind im Kaefig aber man kann ganz nahe hinlaufen und die Tierchen streicheln.
Ich habe mich natuerlich sehr respektvoll verhalten und versucht die Tiere so wenig wie moeglich zu stoeren, aber da hier einfach nichts los war machten alle einen sehr gelangweilten Eindruck und waren froh ueber die Abwechslung und kammen immer zu mir wenn ich an den Kaefig trat. So habe ich dann mit allen moeglich Affen gespielt, Haendchen gehalten und sogar den Tiger gestreichelt....aber nur ganz kurz ;-)
Der Leopard hingegen war wesentlich kleiner und hat es sehr genossen gekrault zu werden. Nachdem ich dann eine geschlagene Stunde mit den Orang Utans verbracht habe, ging es zurueck ins Hostel. Hier genemigte ich mir ein leckeres Abendessen und schaute mit dem Besitzer und seiner Familie Thaiboxen bis in die Nacht.

So gut dieser Tag endete, so beschissen fing der naechste an. Beim packen musste ich feststellen, dass ich beklaut wurde und es fehlten ungefaehr 50-70$, ausser Geld aber zum Glueck nichts.
Ich konnte aber nicht einschaetzen ob es in Shianoukville oder hier in Kampot passiert war. Eigentlich musste es in Kampot gewesen sein, dem alten Besitzer und seiner Familie, die das Hostel fuehren ist ein Diebstall aber mit Sicherheit nicht zuzutrauen. Es koennten also nur andere Gaeste gewesen sein.
Wie auch immer, mir hat natuerlich keiner geglaubt oder helfen wollen und die Diskussion mit dem Besitzer fuehrte auch zu nichts. Die Polizei zu rufen waere absolut sinnlos gewesen. Ich musste mich also damit abfinden und hatte eigentlich keine Zeit zu verlieren, da ich die Grenze zu ueberqueren hatte um meinen Anschluss in Vietnam zu bekommen.
Nur leider kam mein Moto-Fahrer nicht....
Mit einiger Verspaetung tauchte dann ein vermeindlicher Kumpel des urspruenglichen Fahrers auf, der meinte sein Freund musste dringend nach Phnom Penh und er erledigt den Job. Dies teilte er dem Besitzer des Hostels mit, den er konnte kein Wort Englisch.
Da stand ich nun also, viel zu spaet am Tage, mit dem wenigen Geld das ich in meinem Geldbeutel noch hatte, vor einem Motorbike dessen Fahrer kein Wort vom dem verstand was ich ihm sagte, um die Grenze an einer Stelle zu ueberqueren, die anscheinend fuer Touristen gesperrt ist...!
Was mach ich also???

Rauf auf das Ding und los!!! :-)
Und es ging wirklich durch Doerfer und Waelder auf einer staubigen, unbetonierten Piste die immer weiter aus der Zivillisation zu fuehren schien.
Als wir dann die Grenze erreichten standen da ein Haeuschen mit Schranke und hundert Meter weiter das Naechste. Auf der Strasse viele Haendler die geschaeftig ihre Waren tauschten und viele andere einheimische Grenzueberquerer.
Ich war aber wirklich possitiv ueberrascht wie einfach und schnell alles ging. Der Kambotschanische Grenzbeamte liess sich noch etwas mehr Zeit, fuhr Buchstaben und Zahlen nach, die ich seiner Meinung nach wohl etwas unsauber niedergeschrieben habe und ich unterstelle ihm mal, dass er sich nochmal ueberlegt hat, wie er mir mit faelschlichen Beschuldigungen ein paar Dollar abzocken kann. Sein Gewissen hat aber gesiegt und er lies mich von dannen ziehen. Auf vietnamesischer Seite verlief alles noch etwas schneller und nach 30 Minuten war alles erledigt.
Es war wieder wie die Ueberquerung von Thailand nach Kambotscha, nur anderst herum.
Sobald man Kambotscha verlaesst und sich Vietnam naehert sind die Strassen wieder betoniert, statt eines Bretterverschlages steht hier ein Grenz"gebaeude" und der Muell wird, zwar kaum merklich, etwas weniger.
Leider habe ich durch die Verspaetung meinen Anschluss verpasst und konnte nicht direkt nach Can Tho, meinem Tagesziel reisen. So musste ich mir ein ueberteuertes Ticket nach Rach Gia kaufen um nach dieser 3 Stunden Fahrt, eine weitere 3 Stuendige Tortur im Localbus zu ueberstehen. Naja, eigentlich war die Fahrt ziemlich geil, denn ich wurde von den Fahrgeasten gierig bestaunt, da auf dieser Strecke wohl nur selten Touristen unterwegs sind, und habe mich stundenlang mit Haenden und Fuessen unterhalten und Handybildchen getauscht, denn Englisch kann hier natuerlich auch keiner.
Leider wurde dieser possitive erste Eindruck an den Busstationen sofort wieder zerstoert und Vietnam machte seinem Ruf, also Land der Abzocker alle Ehre.
Es ist unglaublich wie dreist und skrupellos die Moto-und Taxi-Fahrer und die Ticketverkaeufer sind. Hier musste ich leider die frechste Abzocke meiner ganzen Reise erleben. Es hat mich zwar nur 3 Euro Lehrgeld gekostet aber ich habe mich unglaublich aufgeregt und so etwas kreiert einfach unangenehme Eindruecke bei den Reisenden. Ich bin ja inzwischen auch schon einiges gewoehnt und habe in solchen Dingen genug Erfahrung gesammelt, dass ich behaupten kann, es ist wirklich schwer mich zu verarschen, aber die habens geschafft und ich moechte nicht wissen, was unerfahrene Reisende hier schon an Geld gelassen haben. Man ist hier auch wirklich komplett auf sich alleine gestellt. Ich habe in den letzten 3 Tagen vielleicht 2 andere Weisse gesehen.
Wie auch immer, am spaeten Nachmittag war ich dann nun endlich in Can Tho, der groessten Stadt im Mekong Delta, um von hier meine Erkundungstouren zu organisieren.

Mittwoch, 3. September 2008

Phnom Penh

In der Hauptstadt Phnom Penh setzten wir uns mit der Geschichte Kamboschas auseinander und besuchten Museen und Gedenkstaedten.
Ein Kapitel in der Vergangenheit Kamboschas beschehrte uns ein paar harte Tage und ich moechte diesen Teil etwas ausfuehrlicher gestalten, denn mir ist es wichtig euch ueber die Geschehenisse aufzuklaeren die hier geschehen sind.
Es war 1975 als in Kamboscha die Roten Khmer an die Macht kamen. Die Roten Khmer waren ein ultakommunistischer Haufen, unter der Fuehrung von Saloth Sar (auch bekannt unter den Pseudonymen Pol Pot und Bruder Nr.1), die mit einem politischen Putsch an die Macht kamen. Sie drangen einfach mit sehr vielen Soldaten in die Hauptstadt ein und uebernahmen die Kontrolle ueber das Parlament und verhafteten alle Mitglieder der alten Regierung. Wie viele ihrer spaeteren Aktionen geschah dies aeusserst stuemperhaft und nur in den Ansaetzen organisiert. Zuerst wurden sie von der Stadtbevoelkerung als Befreier gefeiert und die Menschen dachten der Krieg habe nun ein Ende. Aber dies war leider erst der Anfang, der Anfang vom Ende.
Das Ziel der KR (Khmer Roughe) war die Erschaffung eines agraren Utopia. Staedte waren fuer sie eine Konzentration des Boesen und der Inbegriff des Kapitalismus. Genauso wie Bildung, alte Traditionen oder Familie. Sie unterschieden die Menschen in obere und untere Klassen. Die Stadtbevoelkerung bildete somit die unterste Klasse und wurde zur Zwangsarbeit auf den Reisfeldern gezwungen. Die Landbevoelkerung wurde zur Oberklasse erhoben und konnten leitende Positionen uebernehmen. Sie zerstoerten jegliche soziale Struktur, trennten Familien und zerstoerten die Bildung in ihrem Land. Das taten sie indem sie einfach alle gebildeten Menschen festnahmen und umbrachten.

Alle Staedte wurden zwangsevakuiert und landesweit wurden Camps errichtet, in denen Kinder, getrennt von ihren Familien von den KR zu ihren Zwecken erzogen wurden. Bauern mit null Bildung oder Faehigkeiten uebernahmen die Kontrolle in Kamboscha und nur die oberste Befehlsschicht bestand aus intelligenten, gebildeten Personal.

Die ganze Idee dahinter war eine loyale Gefolgschaft zu erschaffen die zunaechst aus dummen Bauern bestand, die geblendet werden konnten und stupide ausfuehrten was ihnen gesagt wurde. Desweiternen waren viele sehr arm und die KR gaben ihnen Macht und gutes Essen. Andere folgten einfach aus Angst, eventuell selbst getoetet zu werden.

Die naechste Generation sollte aus Kindern entstehen, die ausreichend Gehirnwaeschen unterzogen wurden und wie Maschinen loyal handelten und an die Vision glaubten.
Viele Kinder zwischen 10-15 Jahren wurden so zu Kindersoldaten und Gefaengnispersonal ausgebildet und verrichteten in ihrer kindlichen Dummheit und Grausamkeit oft schrecklichere Taten als ihre erwachsenen Kollegen.
Alle Gegner des Regimes wurden verhaftet, gefoltert und getoetet, was gegen Ende in einem willkuerlichen Voelkermord ausartete.
Wie ihr euch vorstellen koennt ging der Plan nicht so ganz auf. Mit dem Abschlachten der Bildungselite wie Aerzte, Lehrer usw. verschwanden auch die lebensnotwendigen Institutionen und ein Grossteil der Bevoelkerung arbeitete und starb auf den Reisfeldern. Man naeherte sich immer mehr der Steinzeit und ueberall brachen Hunger und Krankheit aus und die Produktivitaet sank rapide anstatt sich zu erhoehen.
1979 setzten die Vietnamesen diesem Terrorregime endlich ein Ende und marschierten in Phnom Penh ein.
In diesen 4 Jahren wurde das ganze Land in seiner Entwicklung um Jahrzente zurueckgeworfen und 1/4 der Bevoelkerung getoetet!


Heute gehoert Kamboscha zu den aermsten Laendern unserer Erde und viele der Ueberlebenden haben noch heute mit psychischen Problemen zu kaempfen, die sie durch Taten der KR erleiden oder mit ansehen mussten.

Das ist ein Gedicht eines Ueberlebenden. Wenn ihr darauf klingt koennt ihr es vergroessert sehen und lesen.


Dies war mein Versuch einer groben Zusammenfassung ueber die KR und im folgenden moechte ich auf die Gedenkstaetten und ihre Bedeutung eingehen, die wir besucht haben.




Genozidmuseum Toul Sleng

Das Museum befindet sich in den Raeulichkeiten der ehemaligen Toul Svay High School. Zwischen 1975 und 1979 war hier das beruechtigte Gefaengnis S-21 der Roten Khmer, durch dessen Tore ueber 13000 Menschen - anderen Schaetzungen zufolge sollen es ueber 20000 gewesen sein - in den Tod gingen. Vor allem die gebidete Elite lernte das S-21 als Verhoer- und Folterzentrum fuerchten: Aerzte, Lehrer Militaerpersonal, Verwaltungsangestellte und andere "Verdaechtige" wanderten durch die erbarmugslosen Haende der Roten Khmer. Das Regime waehlte seine Opfer willkuerlich aus - sogar Kinder und Babys wurden verhaftet und gnadenlos abgschlachtet.
Durchschnittlich bis zu 1500 Gefangene waren hier einst untergebracht, in winzige Zellen gepfercht oder in den frueheren Klassenzimmern an den Boden bzw. aneinander gekettet. Noch immer sind die Balkone der oberen Stockwerke mit Stacheldraht abgesichert, der die Haeftlinge am Sprung in den vorzeitigen Tod hindern sollte.

Im ersten Block gleich nach dem Eingang stehen in manchen Zellen noch eiserne Bettgestelle, an denen die Inhaftierten festgekettet waren. An den Waenden befinden sich Fotographien der Leichen, die in den Raeumen gefunden wurden. Diese Bilder haben mich mitunter am meisten geschockt. (Ich verzichte bewusst darauf Fotos mit solchem oder aehnlichen Inhalt hochzuladen, denn ich weiss nicht wer alles meinen Blog liest. Wer sich aber naeher mit diesem Thema beschaftigen moechte und sehen moechte was ich gesehen habe, kann mich gern kontaktieren und sich mein Fotomaterial ansehen.) Als die vietnamesische Armee das Gefaengnis 1979 erreichte, traf sie nur noch 7 Haeftlinge (von 1500 dieses angeblichen "Gefaengnisses") lebend an. Ueberall lagen Leichen von Gefangenen, die erst kurz zuvor ermordet worden waren - ihre sterblichen Ueberreste liegen im Hof begraben.


Andere Raeume sind so klein, dass ein ausgewachsener Mensch nicht genuegend Platz hatte, um sich auszustrecken. An den Waenden im Erdgeschoss haengen tausende Schwarzweissbilder von Opfern, aus deren Augen die gesamte Bandbreite von Emotionen spricht, von Angst ueber Trotz bis hin zu Leere. Sie alle tragen Nummern, denn die roten Khmer dokumentierten penibelst, wer ihnen in die Haende fiel. Ein Grossteil der Ermordeten waren Kambodganer, doch auch Auslaender (Asiaten und Westler) wurden verhoert und gefoltert.
Die Bestuerzung laesst auch nach der Fotoausstellung nicht nach. Es folgen Erlaeuterungen ueber Foltermethoden, von einem der Ueberlebenden grafisch dargestellt. (siehe unten)


Das unterste Bild zeigt den sog. "Killing Tree" der sich auf den Killing Fields befindet. Er wurde dazu genutzt um Babys zu toeten indem man sich einfach dagegen geschlagen hat und danach in ein Massengrab geworfen. Bei dem Gedanken daran ist mir schlecht geworden...




Choeung Ek - "The Killing Fields"

Nur 12 km suedwestlich von Phnom Penh liegt das beruechtigte Choeung Ek, wo die Gefangenen von Toul Sleng hingerichtet wurden (wenn sie nicht schon durch die Folter starben). Die Staette
ist nur eine von mehreren 100(!) in Kambodscha, welche die voelkermoerderischen Roten Khmer fuer ihre Massenmorde missbrauchten. Anfangs wurden die unliebsamen Gegner - Maenner, Frauen und Kinder, die man des Landesverrats bezichtigte - auf der Stelle erschossen, doch spaeter gingen die Roten Khmer dazu ueber, ihre Opfer zu erstechen oder zu Tode zu knueppeln, um wertvole Munition zu sparen. Als auch das Benzin zur Neige ging, wurden die Gefangenen auf ihrem Transport von Toul Sleng nach Choeung Ek einfach hinter die Fahrzeuge gebunden, zu Tode geschleift und danach in die Reisfelder am Strassenrand geworfen.
Die Gedenkstaette beherrbergt heute die sterblichen Ueberreste von 8985 Menschen, die im Jahre 1980 aus 86 Massengraebern geborgen wurden. Schaetzungen zufolge wurden auf den Killing Fields sogar ueber 17000 Menschen abgeschlachtet - noch immer gibt es 43 ungeoeffnete Massengraeber.


Der oben erwaehnte Killing Tree in echt, mit Knochen und alten Kleidern


Als Deutscher sind mir der Genozid und seine Bilder nicht fremd und ich habe auch in Deutschland schon viele Gedenkstaetten besucht. Aber was ich hier gesehen habe hat mich irgendwie mehr erschuettert. Ich weiss nicht ob es an den Fotographien lag, die man in Deutschland nie ausstellen wuerde, oder ob es einfach die Tatsache ist, die Geschehenisse aufgrund meiner eigenen Landesvergangenheit besonderst intensiv nachvollziehen zu koennen.
Auf jedenfall hat mich dieser Wahnsinn der Menschen unglaublich erschuettert und der Gedanke, dass sich so etwas staendig wiederholt und sogar noch heute in Afrika passiert, macht mich krank, wuetend und unglaublich traurig...

Diese Karte von Kamboscha wurde aus Knochen und Schaedeln aus den Massengraebern der Killingfields gemacht. Wegen Zweifeln an der moralischen Vertretbarkeit existiert sie heute nur noch als Fotographie.

Dienstag, 26. August 2008

Die Tempel von Angkor

Der Begriff Angkor beschreibt kein Volk und bezieht sich auch nicht auf ein georgraphisches Gebiet, sondern steht fuer eine Epoche der Menschheitsgeschichte. In dieser Epoche bildete die heutige Provinzstadt Siem Reap das Herz des Khmer-Reiches, welches seinen Anfang im Jahre 802 nahm, und sein Ende fand, als die Siamesen 1431 Angkor Thom pluenderten. Heute findet man hier die Ueberreste der Staedte und Tempel des damaligen Reiches, die teilweise ueber 1000 Jahre alt sind und gigantische Ausmasse annehmen. Die wohl bekanntesten Tempel sind Angkor Wat, Bayon, Ta Prohm und Banteay Sri. Es ist unglaublich was hier vor ueber hunderten von Jahren von Menschenhand erschaffen wurde und fuer mich ist es etwas, dass jeder einmal in seinem Leben gesehen haben sollte, live oder auf anderen Medien. Es lohnt sich!



Insgesamt liegen die Tempel von Angkor verstreut ueber eine Flaeche von mehr als 300 Quadratkilometer. Die Khmer-Koenige liessen die gewaltigen Anlagen in erster Linie als Staatstempel fuer den Devaraja-Kult errichten, der damals neben dem Hinduismus weit verbreitet war. Da die sukzessiven Koenige ihre Vorgaenger uebertreffen wollten und die Techniken des Tempelbaus sich durch die bestaendig wachsende Erfahrung verbesserte, nahm die Komplexitaet der Anlagen bestaendig zu. Symbolisch liegt der Anordnung der meisten Tempel der hinduistische Kosmos zu Grunde. Spaeter wurde der Buddhismus zur Staatsreligion erklaert und viele Tempel wurden dem entsprechend veraendert. Angkors Tempelstaetten sind so unterschiedlich wie seine Herrscher und jeder Tempel besitzt seine eigene Ausstrahlung.


Am Tag unserer Ankunft kauften wir uns fuer den Folgetag unser Ticket, dass uns berechtigte nach 5 Uhr den Sonnenuntergang in einem der Tempel zu bestaunen. Wir entschieden uns (genauso wie Millionen anderer Touristen ;-)) fuer den Tempel Phnom Bakheng. Er befindet sich auf einem kleinen Berg und beschehrt eine wunderbare Aussicht auf den Tonle Sap See und Angkor Wat. Mehr konnte man aber leider nicht sehen, da sich die anderen Tempel mehr oder weniger im Jungel befinden oder sich unter Baeumen verstecken. Phnom Bakheng selber war nicht all zu spektakulaer, es war aber sehr amuesant den Horden von Japanern zu zusehen, wie sie versuchten auf den kleinen Stufen, wo meist nur die Fussspitze platz findet, den Tempel zu erklimmen. Wirklich sehr unterhaltsam :-)

Am naechsten Tag ging es dann aber endlich richtig los. Wir haben uns Fahrraeder geliehen und uns der anstrengenden Aufgabe gestellt, alle Tempel zu erstrampeln...bei schaetzungsweise 35 Grad im Schatten und 98% Luftfeuchtigkeit. Die gewonnene Flexibilitaet und die schoenen Parkanlagen, haben aber alle Strapazen vergessen lassen.

Um 5 Uhr morgen(!) schwangen wir uns schlaftrunken auf die Saettel und strampelten los, in der Hoffnung den Sonnenaufgang nicht zu verpassen und das alle anderen verschlafen haben. ...haben sie nicht ;-), es war aber trotzdem ein wunderschoenes Schauspiel das wir im wohl bekanntesten Tempel Angkor Wat bestaunten. Angkor Wat ist zufaellig auch der groesste Tempel der Welt, befindet sich auf einer kuenstlich errichteten Insel (1500x1300m) und ist schlappe 850Jahre alt. Fuenf grandiose maiskolbenfoermige Tuerme halten den Blick gefangen, waehrend man sich in Gedanken vor der Vorstellungskraft der Baumeister verneigt, die dieses Meisterwerk schufen. Man schaetzt die Bauzeit auf ungefaehr 30 Jahre und zehntausende Arbeiter sollen daran beteiligt gewesen sein. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Sehenswuerdigkeit und entlang der Galerien um das Herz des Tempels warten die beruehmten Flachreliefs mit einer Hoehe von 2m und einer Laenge von 700m, und das in allen Himmelsrichtungen!

Das Herz des Tempels bildet eine Pyramide und ist auf 3 Ebenen errichtet, ueber die sich die 5 Tuerme erheben , deren mittlerer eine Hoehe von 65m erreicht. Leider konnten wir nicht in die Tuerme, da der Zugang wegen Restaurationsarbeiten gesperrt war :-(



Nach diesem beeindruckendem Erlebnis ging es weiter zum naechsten Tempel, dem Bayon.


...to be continued...
.......weil mir grad der Simon auf die Schulter haut. So ein Spitz! Da hock ich grad im letzten Loch in Vietnam und versuch meinen Blog zu aktuallisieren (was ich wohl nie schaffen werde ;-)) und wir laufen uns ueber den Weg. Sry, aber jetzt muss ich erstmal einen trinken gehen :-)


...so inzwischen in Saigon angekommen und den Simon wieder losgeworden, gehts weiter im Klartext :-)


Angkor Thom ist so etwas wie die Stadtmauer, 8 Meter hoch, mehr als 5 Meilen lang und von 5 Toren mit jeweils doppelten Portalen unterbrochen. Draussen erstreckt sich ein breiter Wassergraben und die ganze Anlage ist aehnlich quadratisch aufgebaut wie Angkor Wat. Im Inneren dieser ehemaligen Stadt sind zahlreiche Gebaeude erhalten geblieben, meist Tempel, aber der Grossteil und die ehemaligen Wohngebaeude sind leider verschwunden, da sie aus vergaenglichem Material wie z.B. Holz gemacht waren. Im Zentrum dieser Anlage befindet sich nun der Staatstempel Bayon.

Der Bayon ist nicht umsonst Steffis Lieblingstempel, denn ich muss zugeben, dass er es auch mir sehr angetan hat. Wenn man sich ihm langsam naehert erkennt man zunaechst nicht viel mehr als eine schwer zu definierende Masse aus dunklem Stein. Erst nach Ueberquerung eines Steindamms wird die Vielschichtigkeit des Bauwerks ersichtilich und erst dann ruecken die 54 Tuerme (von denen heute leider nicht mehr alle stehen, man findet ueberall andere Zahlen und ich habe selber nicht gezaehlt ;-) mit jeweils 4 riesigen Gesichtern des Lokesvara ins Bewusstsein des Besuchers. Insgesamt blicken ca. 200 solcher Gesichter in staendiger Wiederkehr vom Bayon herrab, aber doch sieht jedes irgendwie anderst aus.

Im spaeten 12. oder fruehen 13. Jh. wurde der Tempel vollendet und sollte die Religionen des Landes zusammenfuehren und auch den Islam in seinen Schoss aufnehmen, der die Religion der soeben unterworfenen Cham war. Geweiht wurde das Bauwerk als buddistischer tempel, doch als der Hinduismus zur Staatsreligion erhoben wurde, rissen fanatische Glaubige das Buddhabildnis nieder und stuerzten es in einen nahen Brunnen. Man sagt auch, dass andere Tempel manchmal von neu gekroenten Koenigen zerstoert wurden, um an der gleichen Stelle dann ihren eigenen Tempel zu errichten. Der Bayon jedoch wurde nie zerstoert, denn jeder Koenig der ihn sah fand ihn so schoen, dass er es nur wagte in auszubauen, oder ihn um neue Aspekte zu erweitern.

Es hat wirklich eine Menge Spass gemacht in diesem Tempel herumzuklettern und wegen seinem enormen Detaillreichtum kann man Stunden damit zubringen, ueberall neue Sehenswuerdigkeiten zu entdecken.


Nach unserer Entdeckungstour im Bayon machten wir uns, nach einer kleinen Staerkung, auf den muesamen Weg zum Ta Prohm, dem "Tomb Raider"-Tempel im Dschungel.

Maechtige (und damit meine ich maeaeaechtige!) Feigen-, Bayan-, und Kapokbaeume wachsen auf den Terrassen und Mauern von Ta Prohm. Viele von ihnen sind ueber 300 Jahre alt und ihre gewaltigen Wurzeln umklammern Waende, umrahmen Torbauten und brechen gigantische Steinbloecke auseinander. Keiner der 39 Tuerme ist unversehrt geblieben und das eingestuerzte Tempellabyrinth macht es schwierig, einen Rundgang zu planen oder den Grundriss des Bauwerks zu erkennen. Wenn ich ehrlich bin habe ich mich sogar im Tempel verlaufen :-) Es beeintraechtigt die Besichtigung jedoch nicht im geringsten, wenn man die Orientierung verliert, denn der Reiz besteht vor allem darin, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, ueber eingestuertztes Mauerwerk zu klettern, geduckt durch hoehlenartige Galerien zu kraxeln und sich davon ueberraschen zu lassen, welche Kunstwerke sich hinter der naechsten Ecke verbergen, oder wo man eigentlich ist?!

Leider waren im Vergleich, zu dem was Steffi von vor 2 Jahren erzaehlt hat, inzwischen viele Bereiche abgesperrt und soviel Spass dieser Tempel auch macht, muss es frueher wohl noch spannender gewesen sein. Ich habe die abgesperrten Bereiche....naja, meistens jedenfalls gemieden ;-), denn wenn man sich die Decken und Waende so ansieht, kann man schon ein mulmiges Gefuehl bekommen, wenn man sich direkt darunter befindet und die Absperrungen haben wahrscheinlich schon ihren Sinn :-)


Nach diesem abenteuerlichen Ausflug trennten wir uns erstmal von unseren Fahrraedern und nahmen uns ein Tuk-Tuk fuer den Besuch im ca. 20 Km entfernten Landmienen Musseum.



Dieser Besuch war von ernsterer Natur, den der Gruender des Musseums, Mr. Akira gibt Einblicke ueber seine Arbeit und die schreckliche Vergangenheit des Landes.

Mr Akira: Er weiss weder seine richtigen Namen, noch wann er genau geboren wurde. Mit 10 Jahren toeteten die roten Khmer seine Eltern und bildeten ihn zum Kindersoldaten aus. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin zehntausende von Landminen zu legen. Nach seiner Desertatin schloss er sich den Vietnamesen an, um gegen seine ehemaligen Herren zu kaempfen. Nach Ende des Krieges widmete er sein Leben dem aufspuehren und entschaerfen von Landminen. Der Sinn seines Lebens besteht nun darin, sagt er, soviele Minen wie moeglich zu beseitigen um seine Mitmenschen zu schuetzen sein Land wieder sicher zu machen.

Kamboscha zaehlt heute zu den am schlimmsten verminten Laendern der Erde. Niemand weiss genau wieviele Minen sich noch unter der Erde befinden, die Schaetzungen gehen in die Millionen und fast taeglich werden immer noch Menschen durch Landminen getoetet oder verletzt; 1 von 236 ist betroffen. Weltweit wird pro Stunde ein Mensch zum Opfer einer Mine.

Heute arbeitet Mr. Akira mit vielen nationalen und internationalen Organisationen zusammen, aber jahrelang hat er nur mit den einfachsten Hilfsmitteln wie Messer und Spaten die Minen aufgespuehrt und entschaerft. Im Musseum zu sehen sind zahlreiche von ihm entscharfte Minen, Sprengkoerper und Bomben der Amerikaner, denn auch die haben mal wieder einen grossen Beitrag zur Unsicherheit des Landes geleistet, als sie im Vietnamkrieg breite Landstriche Kamboschas mit millionen Tonnen von Bomben bewarfen.

Desweiternen gibt er ausfuehrliche Informationen ueber Landminen, deren Auswirkungen und Methoden und Ereignisse des Krieges.

Das Schreckliche an Landminen ist die Tatsache, dass sie nicht gebaut werden um Menschen zu toeten, sondern nur zu verletzen. Man betrachtet es von einem unmoralischen wirtschaftlichen Faktor, den ein verletzter Soldat kostet den Gegner ein vielfaches mehr an Resourssen als ein toter Soldat und demoralisiert seine Kameraden. Auch kostet die Herstellung einer Mine nur 1$, deren Beseitigung kann allerdings bis zu 1000$ kosten.

Nur 1-2 Minen reichen aus um ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern unbrauchbar zu machen und selbst geraeumte Gebiete koennen wieder zu einem Gefahrengebiet werden,wenn in der Regenzeit, tief unter der Erde liegende Minen wieder an die Oberflaeche geschwemmt werden. Deswegen bekommt man als Tourist in Kamboscha keine Roller ausgeliehen und wird darauf hingewiesen die befestigten Strassen nicht zu verlassen, denn die Gefahr besteht immer und ueberall.

Der Kampf gegen die Landmine scheint aussichtslos und es wird noch Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern, bis diese Gefahr, hoffentlich entgueltig aus der Welt geschaffen wurde.

Nicht umsonst gibt es schon seid laengerem ein internationales Abkommen zum Bann von Antipersonenminen, die sog. Ottawa-Konventionen. Bis September 2007 wurde die Konvention von 156 Staaten ratifiziert. Unter den rund 40 Staaten, die zu diesem Zeitpunkt nicht beigetreten waren, befinden sich unter anderem Aegypten, China, Indien, Israel, Pakistan, Russland, Syrien, sowie die USA...

Kambodscha

Nach dem vielen rumhaengen und Strandurlaub war es Zeit fuer ein ganz anderes Reiseziel. Kambodscha.
Eines der aermsten Laender dieser Erde - beherbergt einige der groessten Schaetze der Menschheit - musste in der Vergangenheit eines der furchtbarsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte ertragen.
Es ist ein krasses und verruecktes Land, mit vielen Problemen und mit Bewohnern die immer noch von ihrer Vergangenheit gezeichnet sind. Mit vielen netten, tollen Menschen und auch irgendwo ein Land der unbegrenzten Moeglichkeiten im positiven so wie leider auch im negativen Sinne, da hier Geld einfach alles zaehlt.
Wir haben uns entschlossen mit dem Bus von Bangkok ueber die Grenze nach Siem Reap zu fahren. Nachdem wir uns hartnaeckig gegen die Visaabzocke unserer Busgesellschaft gewehrt haben (wir mussten trotsdem etwas mehr zahlen) ging es zu Fuss ueber die Grenze. Man verlaesst den klimatisierten Bus, man verlaesst die betonierte Strasse, man verlaesst Thailand...und ist dann in Kambodscha. Entlang von mehreren grossen Spielkasinos, da in Kamboscha das Gluecksspiel illegal ist, fuehlt man sich irgendwie wie in einer Goldgraeberstadt, bewohnt von Gaunern und Schmugglern. Wenn man dann das Grenzgebaeude verlaesst und die Strasse entlang geht erstreckt sich vor einem, eine lange staubige Piste mit alten zerfallenen Gebaeuden an der Seite. Ich fuehlte mich wie im Kriegsgebiet, denn es war ein Bild wie man es aus den Nachrichten kennt. Und wirklich ist es ja auch nicht so lange her, das Krieg war. Ich bin jetzt ja schon eine Weile unterwegs und habe schon sehr viel Armut und die einfachen Lebensbedingungen der Menschen auf dem Land geshen, aber in Kamboscha fuehlte ich mich sofort anderst. Hier war ich wieder zurueck im wirklichen Sued-Ost-Asien.

Wir mussten dann zum Glueck nicht zu lange warten und fuhren mit einem kambodschanischen Bus (der ganz ok war, aber ohne Klima) auf der mehr oder weniger befahrbaren Strasse nach Siem Reap. Insgesammt waren wir 13Std. unterwegs und sehr dreckig ;-)
Den naechsten tag haben wir ruhig angehen lassen und uns etwas die Stadt erlaufen. Siem Reap verfuehgt ueber einen ganz eigenen, sympathischen Flair, mit netten Seitenstrassen im Zentrum. Abends Stand dann der erste Kontakt mit Angkor auf dem Plan... to be continued

Samstag, 23. August 2008

Mal wieder Thailand

Hallo Ihr Lieben!
Inzwischen bin ich schon eine Weile in Kambodga, aber der Reihe nach...

Nachdem ich Kuala Lumpur verlassen habe bin ich nach Krabi im Sueden Thailands geflogen. Von hier weiter mit der Faehre nach Koh Phi Phi Don, wo ich mich wieder mit Steffi getroffen habe, die Bali etwas frueher verlassen hat. Ich hatte noch meine Surfbretter dabei und ich kann euch sagen das war ein Kraftackt. Ich war so froh als ich die Bretter in Bangkok lassen konnte.

Koh Phi Phi Don ist eine kleine Insel zwischen Thailand und seiner Halbinsel Phucket die vor 4 Jahren schwer vom Tsunami getroffen wurde und fast alles wurde zerstoert. Jetzt nach 4 Jahren merkt man kaum mehr etwas von dem Unglueck ausser ein paar Sperrmuehlplaetzen entlang der Insel, an denen sich kein Thailaender zu stoeren scheint und den Tsunami Rettungswegen ueberall auf Phi Phi und Phucket. Man merkt auch direkt wie die Menschen wieder viel freundlicher sind als in anderen Touristen Gegenden, weil sie einfach heil froh sind wenn wieder Leute kommen und es wird um jeden Kunden gebuhlt. Ich hoffe die Leute verlieren diese Freundlichkeit nicht sobald mehr Touristen kommen, denn ich habe es hier sehr genossen :-)
Die Gegend bietet wohl einige der schoensten Straende der Welt. Leider kann man aber auch nicht sehr viel mehr machen, als am Strand liegen und Ausfluege um sich noch mehr Straende und Inseln anzusehen.
Wir haben hier einen sehr netten, aber sehr feuchten (Dank Longtailboot) Ausflug zur Nachbarinsel Koh Phi Phi Ley gemacht, die unter anderem Maya Bay beherbergt, der legendaere "The Beach" Strand. Anderst als im Film dargestellt handelt es sich aber nicht um einen Hong, sondern eine Bucht, die per Computeranimation verschlossen wurde.
An unserem letzten Tag haben wird dann noch einen Feuertanzkurs gemacht. Das hat mega Spass gemacht und ich kann nun 7 Tricks mit den Chains, Ketten an deren Ende sich das Brandwerk befindet. Fuer mich als alter Pyromane ist das genau das Richtige und vlt habe ich in Deutschland auch die Moeglichkeit es fortzusetzen.

Echte Hongs konnten wir zum Glueck auf Phucket unserem naechsten Ziel besuchen. Ein Hong ist eine Lagoone die aber von allen Seiten komplett von meterhohen Felswaenden umschlossen ist. So etwas entsteht z.B. durch alte Vulkankrater. Man gelangt durch kleine Hoehlen bei Ebbe in den Innenraum und hat dann nur ein paar Minuten bis der Wasserstand wieder zu hoch wird und die Hoehlen verschliesst. Wir hatten an dem Tag eine Tour gebucht, die uns zur Bat Cave, den Hongs und zur James Bond Insel (mit dem aus dem Film "Der Mann mit dem golden Colt" bekannten Scaramanga-Felsen bringt. An diesem Tag hatten wir das Schweine Glueck den besten Guide erwischt zu haben, den niemand anderes ist in die Hongs wirklich reingefahren und wir waren dann fuer ein par Minuten ganz alleine da drinnen. Man faehrt da naemlich mit Luftgefuellten Kanus hin (2 Personen und der Guide). Hoehle war vorhin etwas uebertrieben, es handelt sich naemlich um einen wintzigen Spalt in der Felswand. Man muss massig Luft aus dem Kanu lassen uns sich dann ganz flach hinlegen um sich nicht die Nasenspitze abzuschleifen. Das sind wirklich klaustiphobische Zustaende. Aber der Aufwand lohnt sich. Die Waende sind bis zum Wasserspiegel gruen bewachsen und es herrscht absolute Stille. Vor lauter Aufregung habe ich nur gefilmt und ganz vergessen ein paar Fotos zu machen ;-) Das war ein unglaubliches Erlebnis und die wenigsten Menschen werden soetwas jemals sehen. Nochmals vielen Dank an unseren Guide! James Bond Island - der Scaramanga-Felsen

In Kamala hatten wir dann nochmal die Gelegenheit meine Bretter auszupacken und ein wenig zu surfen. Leider waren die Wellen sehr klein und der Aufwand hat sich nicht wirklich gelohnt. Aber hey, immerhin bin ich nun auch einmal in Thailand gesurft :-)

Dann ging es nach Bangkok um unteren Trip nach Kambodga zu buchen und ueberfluessiges Gepaeck zu lagern. Hier waren wir auf dem Weekendmarket. Er besteht aus ca. 15.000 Staenden und man kann einfach alles kaufen....wirklich alles, einfach unglaublich. Bei 3 Euro fuer ein geiles T-Shirt konnte ich mal wieder nicht nein sagen und habe mich etwas eingedeckt....ich glaub ich brauche mir meinen Leben lang keine T-Shirts mehr kaufen...oje ;-)
Am naechsten Tag ging es dann mit dem Bus nach Siem Reap in Kambodga. 13 Stunden Fahrt juhee :-(


Blick ueber Koh Phi Phi Don


Freitag, 22. August 2008

Bauarbeiten!

Im Moment bin ich dabei die alten Posts mit ein paar netten Fotos aufzupimpen. Leider sind es viel zu viele, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden welche ich euch vorenthalten soll ;-)
Scrollt bei Gelegenheit mal nach unten. Ich verspreche euch, es lohnt sich :-)

Samstag, 9. August 2008

Selamat tinggal Bali!

Als ich gestern im Flieger sass und aus dem Fenster zuerueck auf das Schild mit der Aufschrift "Selamat datang" blickte wurde ich doch sehr sentimantal. Fuer mich bedeutete es naemlich selamat tinggal ("friede deines bleibens" oder auf deutsch einfach nur "auf wiedersehen" ;-))
Die Zeit verging wirklich wie im fluge und am schluss bleiben noch viele unerledigte dinge obwohl man doch am anfang noch so viel zeit hatte. das ist aber immer so und in wirklichkeit hat man gar nicht so viel unerledigt zurueckgelassen. es ist einfach nur der gedanke daran, dass nun etwas vorbei ist, was es so nicht mehr geben wird und auch wenn ich wieder zurueck kehre, wird es ganz anderst sein und ich kann nicht so leben wie ich es diesesmal tat. Es gab viele hoehen und tiefen und ich habe sehr viel gesehen und gelernt. genau so wie es war, war es richtig und ich moechte auch die negativen erfahungen nicht missen, denn sie gehoeren einfach dazu und am ende weiss man es immer besser.


Der Abschied aus Bali bedeutet fuer mich aber nicht das Ende meiner Reise, sondern den Anfang meiner Rundreise durch Sued-Ost-Asien und die Traurigkeit weicht schnell der Vorfreude auf das was noch kommt.
Im Moment befinde ich mich in Kuala Lumpur und habe einen 2-taegigen Zwischenstop eingelegt bevor es weiter nach Krabi in Suedthailand geht. Es ist schon ein bischen ein seltsames Gefuehl nach so langer Zeit Insel und Strand wieder in einer Metropole zu sein in der man umringt ist von Menschenmassen und Wolkenkratzern. Aber KL unterscheidet sich da in sehr angenehmer Weise von anderen Staedten. Es gibt zwar mega viele Hochhaeuser und die Stadt erstreckt sich ueber eine riesige Flaeche, es Leben aber nur ca. 1,8 Mio Menschen hier (wenn ich meinen Mitreisenden glauben darf;-)). Somit haelt sich das mit den Menschenmassen doch sehr in Grenzen und man hat viel Platz und Luft zum atmen. KL hat nicht so viel zu bieten wie andere vergleichbare Staedte aber trotzdem hatte ich heute einen sehr interessanten Tag. Dieser begann mit dem Anstehen fuer das Ticket fuer die Petronas Twin Towers. Einst das groesste Gebaeude der Welt befindet es sich heute eher am Ender der Top Ten. Nach viel Gedult bekamen wir dann schliesslich unser Tickt mit dem wir abends um eine feste Uhrzeit fuer ganze 10min auf die Verbindungsbruecke durften. Klingt jetzt komisch und es ist auch in der Tat mehr Aufwand als es sich lohnt und viel zu kurz, aber dafuer duerfen jeden Tag 1.400 Menschen umsonst hoch.
Dann wanderten wir durch einige bekannte Stadtviertel um dann den Bus zu den Batu Caves zu nehmen. Dies war mein persoenliches Highlight. Es handelt sich hier um riesige Hoehlengewoelbe, die sich durch den Felsen schlaengeln, nur 13Km ausserhalb von KL. Hindus haben hier einige Tempel errichtet und jedes Jahr finden grosse Feste und Zeremonien statt die tausende Menschen anlocken. Ich war einfach nur von der beeindruckenden Schoenheit angetan, die mir die Natur bot. Ich werde versuchen bald einige Fotos hochzuladen, was nicht so einfach ist ohne Laptop und schlechte Internetverbindungen.
Danach ging es nach Little India auf verschiedene Maerkte wo ich mich vor allen ueber die reichlichen Speisen hergemacht habe und hoffe mal das die Wachtel in Wirklichkeit keine drecks Taube war ;-). Wir schlendersten weiter zum Time Square, die groesste Mall in Sued-Ost-Asien, die unteranderem Multiplexkinos mit einer der groessten Leinwaende der Welt und einen Indoorfreizeitpark beherbergt. Zweiteres ware sehr spassig und man kann mit einer Achterbahn durch die Mall saussen.
Danach habe ich meine Erkundungstour durch Chinatown vom Vortag fortgesetzt und mir ein leckesre Abendessen gegoennt. Nun bin ich aber sehr geschafft und habe mit trotz des Fisch Spa (!) von gestern eine blase gehohlt. Beim Fisch Spa haengt man seine Fuesse, oder nach Lust und Laune auch andere Koerperteile in ein Wasserbecken mit vielen kleinen, hungrigen Fischen, die einem die tote und laesstige Haut vom Koerper fressen. Klingt sehr komisch und kitzelt am Anfang auch sehr, ich kann es aber waermstens weiterempfehlen. Eine sehr witzige Erfahrung :-)
Ich werde mich dann aus anderem Lande wieder melden. Bis dahin!

Donnerstag, 7. August 2008

So langsam naht der Abschied




Hallo Ihr Lieben!

Ich will mich auch mal wieder melden :-)

Simon hat Bali inzwischen verlassen und seine Rundreise durch Thailand, Laos, Kambodga und Vietnam begonnen. Auch die meisten meiner Bali Kommilitonen haben den Heimweg oder die Weiterreise angetreten und nur noch Steffi und ich sind mit ein paar Wenigen hier.

Hier eine kurze Zusammenfassung was in der Zwischenzeit so alles passiert ist:

Ich war nun ganze 4-mal auf Nusa Lembongan, eine von 3 kleinen Inseln die noch zu Bali gehören und sich ca. eine Stunde Seeweg in süd-östlicher Richtung von Bali befinden. Simon und mir hat es dieses kleine Inselchen einfach angetan. Man sag, Nusa Lembongan verkörpert das, was man sich vorstellt bevor man nach Bali kommt und ich
kann dem nur zupflichten. Bali hat sich laut Steffi in den letzten Jahren sehr verändert und auch Simon und ich waren zunächst etwas „enttäuscht“ (mit Vorsicht zu genießen ;-)) als wir hier ankamen. Klar es ist wunderschön hier, aber man erwartet doch etwas anderes. Das paradiesische Island mit den verlassenen Traumstränden und den geheimnisvollen, netten Einheimischen existiert leider „fast“ nicht mehr. Bali und damit meine ich vor allem den Süden, ist hoffnungslos vom Tourismus überlaufen und zeigtimmer mehr die negativen Veränderungen, die solch ein Prozess mit sich bringt.

Aber darauf will ich später nochmal eingehen…

zurück nach Lembongan ;-) Hier findet man einfach die Ruhe und den Frieden einer verträumten Insel und es war wirklich so, dass wir uns hier Urlaub von Kuta genommen haben und einfach ein paar Tage entspannen konnten. Außerdem gibt es hier noch ein paar vorzüglich Surfspots, wie z.B. Shipwreck, Playgrounds und einer meiner All time favourits Ceningan, ein super lefthander entlang einer Klippe. Leider habe ich es nie geschafft mir und dem Spot gerecht zu werden. Ich muss also wiederkommen, denn da ist noch eine Rechnung offen ;-). Hier wohnt auch unser Ziehvater Wayan. Ihm gehört ein Warung am Strand namens Sukanusa, was soviel bedeutet wie „schöne Insel“. Das will ich jetzt einfach mal so stehen lassen :-)




Ansonsten war ich noch mit ein paar Freunden auf Java. Wir haben die beiden Vulkane Bromo und Idgen bestiegen, supernette Freunde gefunden und mit ihnen einen javanesischen Familienausflug zu einem Wasserfall und auf die größte Plantage Indonesiens gemacht auf der viele verschiedene Pflanzen angebaut werden. Von dieser Insel bin ich wirklich positiv überrascht. Nachdem ich zuvor auf Lombok war, wo die Menschen nicht immer freundlich und nur aufs Geld fixiert sind hatte ich von Java zunächst auch nichts Besseres erwartet, aber wir wurden eines besseren belehrt. Zum Glück :-) Für die, die es noch nicht wissen: Indonesien ist der größte Muslimische Staat der Welt und Bali ist die einzige Insel des Archipels, die hinduistisch ist. Natürlich gibt es inzwischen auf jeder nennenswert bewohnten Insel Indonesiens viele verschiedene Religionen, aber Bali ist dominant Hinduistisch. Ich will mich hier nicht gegen den Islam aussprechen, aber man hat es einfach gemerkt, das außerhalb Balis ein anderer Wind weht und gerade auf Lombok hatten die Menschen öfters eine aggressive und ignorante Haltung. Als Mann ist es eigentlich halb so schlimm, aber gegen westliche Frauen sind die Männer extrem respektlos und unfreundlich. Als Frau alleine in Indonesien? Viel Spaß…traurige Realität…Aber wie schon gesagt, Java hat mein Bild über die muslimische Seite Indonesien wieder etwas ins Positive korrigiert und die beiden Vulkane boten uns ein unvergessliche Landschaften.

Der Bromo Krater mit teilweise noch aktiven Kratern in näherer Umgebung ist eher etwas trostlos mit Wüsten und unwirklichen Mondlandschaften, welche aber sehr beeindruckend und schön sind. Im Krater des Idgen hingegen wird Schwefel abgebaut und im Inneren befindet sich ein Schwefelsee. Die Arbeiter tragen den Schwefel mit 2 Körben an einer Stange über den Schultern zunächst aus dem Krater und dann den Berg hinab. Und jetzt kommt’s, diese Körbe wiegen zusammen 70-80kg!!! Uns hat es mit festen Schuhen im Krater schon fast auf die Fresse gehauen und als wir nach ca. 6 Std. rumgewandere wieder unten waren, waren wir fertig mit der Welt und diese Kerle laufen das manchmal 2mal am Tag. Zwar mit vielen Pausen, aber ich denke das ist einer der härtesten Jobs überhaupt. Ich habe es als einziger von uns geschafft so einen Korb zu stemmen und obwohl ich ihn nur wenige Sekunden auf den Schultern hatte, hat es schon richtig weh getan. Diese Typen haben schon richtige Kuhlen in den Schultern.










Wie schon erwähnt war ich auch auf Lombok und zwar 2-mal. Java liegt westlich von Bali und beherbergt die Hauptstadt Jakarta. Lombok liegt östlich von Bali und beherbergt…naja…Kühe und Hinterwäldler? Spaß beiseite, hat landschaftlich sehr viel zu bieten und neben vielen vorzüglichen Surfspots befindet sich hier auch der weltberühmte Spot Dessert Point. Ich bin wirklich der Meinung, dass unsere negativen Erfahrungen auf Lombok damit zu tun haben, dass es hier mit der Bildung nicht so gut steht und es einfach viele Bauern gibt. Bei uns findet man die braune Gesinnung und Stammtischphilosophen ja auch eher auf dem Land. (Ich will damit nichts verallgemeinern und keinem auf den Schlipps treten, aber mancherorts in Deutschland ist es leider so.) Fährt man durchs Hinterland fühlt man sich manchmal hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt, wenn die Einheimischen in ihren Hütten sitzen und mit den Kühen aufs Feld ziehen und wird dann erst wieder in die Realität geholt, wenn jemand mit dem Moppet vorbeirauscht. Das ist einerseits wirklich sehr cool und eine tolle Erfahrung. Man findet hier eine Unberührtheit von Landschaft und Bewohnern, die es auf Bali und vielen anderen Orten Asiens leider nicht mehr gibt. Aber … Viele Menschen und Kinder haben sich auch gefreut und lachen und winken wenn man an ihnen vorbeifährt, aber die negativen Erfahrungen summieren sich manchmal schneller als die positiven. Mag sein das wir mittlerweile auch einfach schon zu lange auf diesen Inseln sind. Man sollte meinen dass man mit der Zeit abstumpft, aber wenn man selber keinen Respekt erhält ist es bei mir mittlerweile so, dass ich immer empfindlicher reagiere und es schwerer fällt Respekt zu zeigen. Das ist wirklich sehr schwer zu erklären und wahrscheinlich noch schwerer nachzuvollziehen wenn man es nicht selber erlebt hat, aber die Umgangsformen in Asien sind sehr umständlich, indirekt und bestehen aus vielen langwierigen „Zeremonien“. Es gibt im Indonesischen z.B. 12 verschiedene Worte für „ja“, aber viele bedeuten eigentlich „nein“. Man nennt das indirekte Kommunikation wenn man etwas sagt, aber eigentlich etwas anderes meint. So wir niemand von sich sagen er weiß etwas nicht oder eine Bitte abschlagen und Konflikte werden in der Regel versucht zu umgehen. Ihr könnt euch also vorstellen, dass es mit der Zeit einfach nervig sein kann wenn man als Westler gewohnt ist Klartext zu reden. Im Hinterland sind diese Umgangsformen noch viel mehr ausgeprägt als in den Städten und so interessant es am Anfang auch war, bin ich mittlerweile etwas voll davon und wenn man dann einen schlechten Tag hat und einfach nur etwas kaufen will und dazu noch versucht wird mich abzuzocken, dann platz mir schon mal schneller der Kragen als es am Anfang der Fall war. Bei meinem ersten Besuch, nur mit Männern, habe ich das ganze auch gar nicht so krass wahrgenommen und mich nur an der Geldgier gestört und das man überall abgezockt wird. Aber als ich mit Steffi das zweite mal dort war tut es weh die Diskriminierung mit anzusehen.



So. Entschuldigt das viele Gerede und ich hoffe das alles klingt jetzt nicht schlimmer als es ist, aber ich musste mich einfach mal schnell auskotzen ;-) Nun noch zu den schönen Seiten Lomboks: Auch dort gibt es ein Kuta, aber nur wenig vom Tourismus erschlossen. Hauptsächlich Surfer verschlägt es hierher. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend mit vielen Buchten und verlassenen Stränden und viele sehr geile Surfspots. Dann gibt es noch die Gillis. 3 kleine Inseln im Nordwesten. Einst berühmt berüchtigt (;-)) sind sie heute auch dem Pauschaltourismus zum Opfer gefallen und für unsere Verhältnisse zu überteuert. Aber sie bieten unglaublich schönes Wasser und Unterwasserlandschaften zum Schnorcheln und Tauchen und ich hab ne Wasserschildkröte gesehen :-) Am letzten Tag waren wir noch in bangko-bangko, wo sich die Weltberühmte Welle Dessert-Point befindet. Leider nur für Profis :-( Der Ausflug hat sich aber schon aus dem Grund gelohnt da wir hier für sehr wenig Geld in einer wunderschönen Anlage wohnen durften bei sehr netten Einheimischen, die unser Lombokbild wieder etwas gerettet haben. Man muss aber sagen dass Sie mit einem Engländer verheiratet ist und man sofort die Bildung bemerkt.Jaja Lombok ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite super schön und auch mit vielen netten, tollen Leuten, aber auf der anderen Seite die schwarzen Schafe, die soviel kaputt machen können. Auch wenn es der Plan der Regierung ist hier ein zweites Bali zu erschaffen, kann ich schon jetzt prophezeien, dass dies niemals passieren wird, da die Menschen die falsche Einstellung haben und zu gierig sind (es ist alles jetzt schon doppelt so teuer und das Essen schmeckt scheiße).





Dann ist ja auch die Uni vorbei. Ja die Zeit an der Udayana war schon krass und sehr schnell vorbei. Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich in der Zeit außerhalb der Universität mehr gelernt habe als im Unterricht. Mit der Aussage will nicht den Unterricht schlecht machen den wir hier genießen, es ist nur einfach so das mir persönlich die Erfahrungen hier im Ausland mehr bringen, als das was wir hier beigebracht bekommen. Das meiste weiß ich nämlich schon längst…, oder sollte ich zumindest wissen ;-) Die Prüfungen liefen auch sehr gut. Für alle behaupte ich mal, und wir haben sie auf die gute, alte indonesische Art und Weise gelöst :-)





Ich war auch Augenzeuge einer der größten Verbrennungszeremonien, die Bali je gesehen hat. Der König und einige hohe Würdenträger der Familie aus Ubud sind verstorben. Es wäre jetzt zu viel die ganze Zeremonie mit Hintergrund und Sinn zu erklären aber kurz: der Leichnam wird auf einen Turm gebracht, in diesem Fall 27m!!! hoch, dann durch die ganze Stadt getragen! auf dem Friedhof wieder runtergeholt, in ein Opfertier aus Pappmasche gesteckt, das ebenfalls mitgetragen wurde und bestimmt auch seinen Tonnen wiegt und dann irgendwann, nach unzähligem zeremoniellem Hokuspokus darin verbrannt. Die Realität sah dann so aus, dass entlang des Weges alle Bäume einfach abgesägt wurden damit der Turm durch passt (ham ja 30Jahre zeit zum wachsen bis der nächste abnippelt, gell). Dann haben sich die Straßen mit Tausenden von Menschen gefüllt und wirklich jeder Flecken Erde entlang der Umzugsstrecke war dicht mit Menschen. Auf Treppen, Dächern, Bäumen, Mauern wo auch immer alles voll. Dann haben 700 Träger 2 Türme, 2 Opfertiere, nen Drachen und noch 2 komische Dinger einmal durch die Stadt getragen. Immer im Laufschritt mit Unterbrechung und immer wieder mit Wasserschläuchen abgespritzt werden sind sie dann unter großem Geschrei und allgemeinem anfeuern um die Kurven geheizt und in Menschenmengen gerannt weil sie nicht rechtzeitig stoppen konnten und einfach alles voll war mit diesen Balinesen :-) Keine Ahnung was die Bilanz am Ende des Tages war. Ich hab keine Verletzten gesehen und alle waren happy. Keine Ahnung wie die das hier machen. Bei uns wäre ne Massenpanik ausgebrochen und 5000 Menschen totgetrampelt worden. Mindesten! Hier aber alles easy, mir geht’s auch gut und es war ein unvergessliches Spektakel.




So was noch? Mein Schwesterherz war noch zu Besuch und mit ihr hab ich viele Touren über die Insel gemacht. Unter anderem sind wir mal nach Lorvina im Norden gefahren und haben Delfine geguckt, weil sie die so gerne hat. Leider waren die Tierchen sehr scheu. Vielleicht lag es aber auch an den anderen 40 Motorbooten, die mit uns im Wasser waren und sobald sich eine Finne gezeigt hat sind alle wie die Irren und mit lauten Motoren über den Punkt geschossen. Naja, aber der Sonnenaufgang war schön. Dann waren wir noch am Wassertempel im Batursee, an den Gitgit Wasserfällen wo man sich mit Liane in den Wasserfall schwingen kann und in den heißen Schwefelquellen. Danach Schnorcheln in Tulamben, was aber wegen starken Wellen und trüben Wasser abgebrochen wurde. Den berühmten Ketchak Tanz im Uluwatu Tempel haben wir gesehen und am „noch“ schönen Dreamland Beach haben wir schön geplanscht und gechillt. Steffis Eltern waren auch mit von der Partie und auch Simons Eltern kamen kurz vor seiner Abreise noch zu Besuch.


Neben verschiedenen Surftrips, anderen spektakulären Ausflügen und dem alltäglichen Wahnsinn waren das ein „kurzer“ Abriss der Highlighs (ich hab bestimmt auch noch was vergessen, aber langsam bekomme ich hunger ;-))

Halt hier noch eins: Vor kurzem war Runde 3 der Rip Curl Pro Series hier auf Bali und wir waren mal schnell Kelly Slater und Mick Fanning in Uluwatu gucken und was passiert. Verliert der Kelly doch tatsächlich gegen irgend so einen Portugiesen (Tiago Pires) und fliegt raus. HAHA wie geil. Die Menge tobte und der Portugiese ist so ausgeflippt das er im Autogramm-Wahn sogar sein eigenes Board signiert hat.


So, damit erstmal genug für heute und ich melde mich dann nochmal bevor ich Bali verlasse…Ich bin jetzt schon traurig das ich gehen muss :-(